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Expedition 2007 |



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Ergebnisse der Malidiven Expedition.

Auszug aus dem Expeitionsbericht an den Bundesumweltminister von 2007:

Zusammenfasssung:
Der extreme Temperaturanstieg der Wasseroberfläche tropischer Meere führte  im El Nino Jahr 1997/98 zur weltumspannenden Korallenbleiche mit einem Korallensterben ungeahnten Ausmaßes. In den  Maledivenriffen wurde die vorher sehr gute und artenreiche Bedeckung  mit 60 -70% Steinkorallen   auf 3-7% dezimiert. Infolgedessen kam es auch zu einem deutlichen Rückgang mehrerer Fischpopulationen und anderer mariner Organismen.  Der Fortbestand der Korallenriffe ist jedoch für die Existenz der Malediver essentiell, da sie die wichtigsten Ressourcen für Tourismus und Fischerei darstellen. Außerdem verdanken die sehr flachen Inseln ihre Entstehung den Korallenriffen und nur im Schutz ihrer intakten Inselriffe können sie den natürlichen Erosionskräften des Meeres auf Dauer standhalten. Eine Bedeckung des Riffuntergrunds mit mindestens 50% lebenden Steinkorallen wird als notwendig erachtet, damit die Korallenriffe ihre Funktion als Küstenschutzbarrieren bei steigendem Meeresspiegel erfüllen können.  Eine Degradation der Riffe würde damit langfristig auch den Untergang der maledivischen Inseln bedeuten.
Neun Jahre nach dem Korallensterben wurde eine umfangreiche Bestandsaufnahme an 13 Ring- und Inselriffen in vier zentralen Atollen durchgeführt.  Der Zustand der Bodenlebens- und  Fischgemeinschaften wurde entlang von 20m-Gürteltransekten analysiert. Zudem erfassten detaillierte Untersuchungen die Neuansiedlung von Steinkorallen und den Verlauf der aktuellen Erholungsprozesse.














































































































































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Die Korallenriffe der Malediven erholen sich,  jedoch verlangsamt. Zur Zeit der Expedition lag die Lebendbedeckung mit Steinkorallen im Durchschnitt bei 30-35% mit großen geographischen Unterschieden von 5-10% (Süd-Male-Atoll,  Gulhi) bis 60-80%( Ari-Atoll, Kandholhudhoo). 
Der Riffuntergrund vieler Abschnitte - auch bei Kandholhudhoo - war noch wenig durch inkrustierend wachsende Organismen
survey sites expedition 2007
 Im Zuge der Expedition Maldives 2007 untersuchte Riffe,
 © Riffschutz-Malediven e.V.
(koralline Algen, Steinkorallen oder Hydrokorallen) verfestigt, so dass ein dauerhaft ungestörtes Wachstum höher aufragender Korallen, z.B. säulen-, baum- und tischförmiger Arten fraglich ist.Nur sie können die ehemals räumliche Struktur der Riffe, die durch fortschreitende Erosion der 1998 abgestorbenen Anteile in den letzten Jahren zu einem Zusammenfallen derselben geführt hat, wieder neu aufbauen.
An Riffstandorten mit guter Bedeckung haben sich die ursprünglich von Geweihkorallen (Acropora)  dominierten Korallengemeinschaften (vor 1998) erholt. Andernorts waren die Porenkorallen, speziell Porites rus und Pfauenkorallen Pavona varians vorherrschend.  Insgesamt konnten etwa 100 verschiedene Arten gefunden werden. Korallen der Gattungen Stylophora  und  Seriatopora gelten weiterhin als verschollen.  Dennoch können sie nicht als „ausgestorben bei den Malediven“ klassifiziert werden, da sie in Inselpopulationen überlebt haben könnten.

benthic community Maldives 2007
Benthic community structure at reef-sites, Expedition Maldives 2007

Die Anzahl der Acropora Steinkorallen Neuansiedler war an allen untersuchten Standorten gering. In Proben von Steinkorallen konnten Ei-Spermien-Bündel nachgewiesen werden, die ein bevorstehendes Korallenlaichen ankündigten, welches nach dem Ende der Expedition eintrat. Nach einvernehmlicher Meinung der Expeditionsteilnehmer sollten bei zukünftigen Expeditionen die Erforschung von Chronologie und Saisonalität der Steinkorallenvermehrung sowie die Auslotung ihres Potentials bei der Regenerationsförderung der Korallenriffe Priorität haben.
Neue Korallenkrankheiten und –feinde konnten wiederholt beobachtet werden. Der korallentötende Schwamm Terpios war vor der Korallenbleiche bei den Malediven kaum vertreten und gilt heute als schwerer Riffschädling. Er tritt oft  in großen Beständen von Porites rus auf, überwächst und tötet aber auch alle andere Korallen und Bodenlebewesen. Bestimmte Varianten der Gelbbandkrankheit an Korallen wurden erstmalig bei den Malediven dokumentiert.
Weichkorallen waren nach 1998 in den oberen Riffbereichen durch das Bleichen stark betroffen und sind hier jetzt noch auf etwa 10% ihrer ursprünglichen Häufigkeit reduziert. Erst in den Tiefenzonen unter 5 m werden sie deutlich häufiger.
Die Daten der Fischzählungen müssen noch mit den endgültigen Daten der Korallenbedeckung korreliert werden um Wechselwirkungen deutlich zu machen.  Doch wichtige Hinweise für eine fortbestehende Schädigung der Riffökosysteme zeigen schon die Untersuchungen der mit Steinkorallen vergesellschafteten Meergrundeln. Die Anpassung der Fische an ihre Wirtskorallen geht soweit, dass sie ohne diese nicht existieren können. Da die Artenvielfalt dieser Grundeln bei den Malediven jetzt deutlich niedriger als in anderen tropischen Regionen (Rotes Meer und Pazifik) war, legt dies nahe, dass die Anzahl und Artenfülle ihrer Wirtskorallen deutlich eingeschränkt ist. Auch die ungewöhnliche Beobachtung, dass häufiger mehrere Brutpaare dieser Fische  oder  bis zu drei verschiedene Arten in ein und derselben Wirtskoralle anzutreffen waren, sprechen für einen derartigen Lebensraumverlust. 
Ähnliche Hinweise ergeben sich aus den Untersuchungen der auf Wirtsanemonen angewiesenen Clownfische (Anemonenfische). Es wurden überhaupt keine Riffanemonen gefunden, die nicht von Anemonenfischen besetzt waren, so dass keine Symbiosen zwischen so genannten Partnergarnelen und Wirtsanemonen mehr wie vor 1998 beobachtet werden konnten. Außerdem wurden ungewöhnlicherweise Wirtsanemonen mit zwei verschiedenen Clownfischarten der Malediven angetroffen, was ebenso für einen „Anemonenmangel“ spricht. Die Riffanemonen hatten bei der Korallenbleiche ähnlich schwer gelitten wie die meisten Stein- und Weichkorallenarten. Eine Art, die früher häufige und weit verbreitete „Lederanemone“ blieb  bis heute verschollen.

Die Daten der Expedition werden zurzeit wissenschaftlich bearbeitet. Bei Intresse an den Daten nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf.

 Weitere Ergebnisse zu Teilprojekten der Expedtiton finden sich im Bufus Info 37:

  • Der Zustand der Steinkorallen in maledivischen Riffen und die Regeneration nach dem 1998er Korallenbleichen. Karen Loch, Wolfgang Loch & Holger Anlauf, 2007

  • Vorkommen des Korallen-schaedigenden Schwammes Terpios sp. (Hadromerida: Suberitidae) in maledivischen Korallenriffen (Kikinger, R. (2007b).

  • Kleemann K. (2007): Die Bohrmuscheln der Malediven, dominiert von Parapholas in toten Korallen und Lithophaga Arten in lebenden Wirten (Scleractinia).

  • Leder- und Weichkorallen im Bereich der Malediven. Rüdiger Latka & Margarete Latka 2007


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